Testflug Wendegurtzeug Flex von Skywalk

Auf der Suche nach einem kompakten Wendegurtzeug für Reisen und Walk & Fly kam ich irgendwie nicht an dem Flex von Skywalk vorbei. Nachdem ich den Tester geliefert bekommen hatte, war ich erst einmal über das kleine Postpaket überrascht und natürlich über dessen Gewicht. Nach dem Auspacken des Flex war ich etwas erstaunt. Wer „normale“ Wendegurtzeuge kennt, wird von dem spartanischen Konzept des Flex erst mal irritiert sein. Kein Sitzbrett, sondern Einzelaufhängung der Schenkel in einer Art flexiblen Sitzwange. Das Rückenteil ist auch nur eine einfache flexible Platte, die an einen Motorrad-Protektor erinnert. Die Beingurte, der Brustgut und die Schultergurte sind extrem schmal und wenig auf „Komfort“ ausgelegt! Der Protektor, der Zugleich als Rucksack fungiert, kann separat installiert oder abgenommen werden. Abgenommen besteht das Gurtzeug im Grunde nur noch aus den 3 Auflageflächen (Beine und Rücken) und ein paar Gürtchen.

OK – das Teil ist ein so genanntes LEICHTwendegurtzeug – und das ist es mit 1,9 kg ohne Retter tatsächlich! Nachdem ich den Beschleuniger und meine Leichtrettung in den mitgelieferten Froncontainer montiert hatte, ging es auf den Prüfstand. Ab ins Kinderzimmer: Dort hängt meine Gurtzeugteststation vom Deckenbalken herunter. Nach diversen Einstellungen der Gurte war ich dann doch überrascht über den Komfort den das Flex bietet! Die Sitzposition ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, fühlt sich aber durchaus fliegbar an. 🙂

Mein Chili3 passt normal gepackt sehr gut in den Flex-Rucksack hinein. Es bleibt noch Platz für den Rettungscontainer, das Vario, Handschuhe, etc. Der Helm lässt sich mittels integrierter Gummispanner auf dem Rucksack fixieren. Außen links und rechts besitzt das Flex noch 2 Außentaschen für Kleinzeugs. Der Tragekomfort und das Packmaß sind echt der Hammer. Da macht das Wandern auf den Berg wieder richtig Spaß!

Die Vorbereitungen vor dem Flug sind vom Ablauf her etwas anders. Rucksack öffnen, Schirm und Accessoires herausnehmen, Rucksack umstülpen und dann steigt man von oben in die Beinschlaufen hinein. Diese sind quasi nicht zu Öffnen. Es gibt nur einen Brustgurt den man schließen muss. Sitzt das Gurtzeug erst einmal, muss der Rettungscontainer in die Hauptkarabiner und Hauptgurte eingehängt werden. Die Oberseite des Containers ist mit einem Velcro (Klettband) versehen, auf dem man sein Vario im Klett-Täschchen anbringen kann. Praktisch!

Der Start verläuft wie gewohnt – nur mit wesentlich weniger Ballast! Das macht den Startlauf schon um einiges geschmeidiger. Nach dem Abheben rutscht man leicht in den Sitz hinein um die ideale Position einzunehmen. Der Stauluftprotektor bläst sich zuverlässig auf und bietet laut Skywalk top Werte! Trotz fehlendem Sitzbrett lassen sich Kurven auch mittels Gewichtsverlagerung fliegen. Der Komfort in der Luft ist so hoch, dass man 1-2 Flugstunden (oder viell. auch mehr) auf jeden Fall sehr gut aushalten kann. Etwas auffällig ist der Schultergurt, der durch das Gewicht des Protektors etwas nach hinten zieht. Auch wenn er ganz angezogen ist. Hier kann evtl. noch etwas nachjustiert werden. Die Zugluft an den Seiten (Hüften) und am Hintern ist im Vergleich zum geschlossenen Gurtzeug etwas ungewohnt – erhöht dadurch aber das Gefühl vom reduzierten Freifliegen 🙂

Alles in Allem ist ein Leichtwendegurtzeug immer ein Kompromiss zwischen Komfort, Gewicht und Platzersparnis. Als Zweitgurt für Walk & Fly oder für Reisen ist das Flex auf jeden Fall der ideale Begleiter und bietet dabei einen hohen passiven Schutz! In dieser Gewichtsklasse habe ich noch keinen Wendegurt gesehen, der mit einem so guten Protektor bis zum Rücken hinauf ausgestattet ist. Ich werde das Flex noch ein wenig testen und mich dann bzgl. eines Kaufs entscheiden.

 

This Post Has 7 Comments

  1. Pete sagt:

    Danke für den Bericht! Werde das Flex auch mal genauer ansehen und mit dem Easyness vergleichen. Wobei der Protektor vom Advance glaube nur am Gesäss montiert ist!?

    Gruesse
    Pete

  2. Nicolas sagt:

    Hi Martin,

    danke! Ne, eine Haftpflicht für private Flüge kommt auf 143,99 im Jahr! Für gewerbliche Flüge ca. 287 EUR… das ist zu verkraften. http://airandmore.at/ ist hier sehr günstig…

    Greetz
    Nicolas

  3. Micha sagt:

    Danke für den Bericht! Ich habe mir darauf hin gleich eines bestellt und nutze es als Tandem Passagier Gurtzeug! 🙂 Es ist super bequem total leicht und einfach zu händeln. Vor allem hat es einen Protektor mit top werten.

    Gruß
    Micha

    • Peter sagt:

      Hallo Nicolas und Micha,

      danke Nicolas für deine ausführliche Beschreibung. Ich bin selber am Gurtzeug interessiert für mich, aber auch als Passagiergurtzeug im Tandem beim Hike&Fly. Die Frage, ob man es dort auch benutzen kann hat mir Micha schon beantwortet.
      Danke euch beiden

      LG Peter

  4. RE sagt:

    Bin es auch schon probegeflogen und kann es zum Hiken uneingeschränkt empfehlen. Sitz passt und hat Luft und wiegt nix!

    Gruess
    Reto

  5. Soaring138 sagt:

    Kein Beinstrecker vorgesehen ?

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