Teil 2 – Test mit dem Skywalk Chili 3

Auch in diesen wetterbedingt bescheidenen Wochen hatte es hier und da ganz ordentliche Flugtage mit schöner Winterthermik. Das gab mir Gelegenheit, den Chili 3 noch einmal ordentlich auf den Prüfstand zu stellen. Sämtliche Abstiegshilfen, Thermikfliegen, Starts vorwärts/ rückwärts, mit Seitenwind und Rückenwind – alles war dabei. Mein Fazit würde sich jetzt noch positiver anhören als beim ersten Test zusammen mit dem Mentor 3.

Ich habe mir den Chili3 bestellt, habe ihn bereits erhalten (in blau/ schwarz) und bin frisch verliebt – was sogar meine Frau nachvollziehen kann 🙂

Anbei noch einmal mein Testbericht zum Chili 3:

SKYWALK CHILI 3 s (80-100kg) // Gewicht 5,2kg // Startgewicht ca. 96kg
Erster Eindruck Der Chili3 kommt dieses Jahr in einem gänzlich neuen Kleid daher. Die Farben sind knallig und frisch. Ich war anfangs skeptisch in Bezug auf die neue Designlinie. In Natura ist der Chili 3 aber ein echter Eyecatcher und frischen Farben in dieser Kombination sind der Knaller. Das Tuch fühlt sich hochwertig und leicht an. Die Leinen werden nach oben hin immer dünner, die Galerieleinen besitzen keine Ummantelung. Die Verarbeitung ist Skywalk-typisch auf hohem Nivau, die Tragegurte schön schlank und ordentlich vernäht. Die Bremsgriffe werden mittels Druckknöpfen befestigt – keine Magneten mehr. Die Kappe hat im Vergleich zum Chili 2 ein paar Zellen verloren, allerdings eine etwas höhere projezierte Streckung – was Vorteile bringt! Die Eintrittskante und das Obersegel/ Stabilo sind mit Stäbchen ausstaffiert. Die so genannten C-Wires (Stäbchen bis zu 1m lang im hinteren Teil des Obersegels) tragen Sorge dafür, dass der Flügel eine höhere Stabilität erreicht und die „Bremsklappen“ besser definiert sind.
Leinenhandling Die Leinen sind beim Chili 3 schnell sortiert. Ein echter 3-Leineiner mit nur 2 Ebenen pro Seite!
Start Die Kappe kommt beim Aufziehen schnell hoch und möchte bei viel Wind über dem Piloten gebremst werden. Durch den neuen Tragegurt lässt sich die C-Ebene sauber mit der ganzen Hand greifen, um den Schirm beim Rückwärtsaufziehen zu korrigieren. Der Flügel bleibt sauber über dem Kopf stehen.
Kurvenhandling Der neue Chili ist sehr wendig und besitzt ein außergewöhnlich präzises Kurvenhandling. Er fliegt sich am besten in einer Kombination aus Gewichtsverlagerung und Bremse. Thermikkreise lassen sich einfach zw. flach und steil dosieren. Kurvenfliegen macht richtig Spaß!
Steuerdruck Der Steuerdruck beim neuen Chili ist geringer als bei seinem Vorgänger. Die Bremse zeigt eine saubere Druckzunahme an, bevor die Strömung abreißt.
ABSTIEGSHILFEN
Ohren anlegen Beim Chili 3 wird laut Handbuch empfohlen, die äußeren A-Gurte ebenfalls unter den Leinen eine Handbreite einzuklappen (nicht direkt in die Leinen greifen). Hierzu gibt es sogar eine Markierung am äußeren A-Gurt. Die Sinkwerte liegen bei ca. 3m/s. Die Ohren rascheln teilweise etwas im Fahrtwind (nicht störend). Das Öffnen erfolgt selbstständig.
B-Stall Die Einleitung bedarf eines kurzen Kraftaufwandes. Dann stallt die Kappe gleichmäßig, großflächig und geht in einen Sinkflug von 8-9 Meter über. Die Ausleitung sollte nicht zu schnell erfolgen, da der Chili schnell fahrt aufnimmt und entsprechend nach vorne nickt. Aber keine Angst – im Anschluss einfach mit den Bremsen abfangen.
Steilspirale Die Steilspirale lässt sich mittels Körpergewicht und Bremse wohl dosiert über ca. eine Umdrehung einleiten. Ich bin eine moderate Spirale mit Sinkwerten um die 10m/s geflogen. Die Ausleitung erfolgt auch ohne zutun des Piloten.
Agilität/ Handling Die neue Wendigkeit des Chili 3 macht richtig Spaß! Er geht schnell und unverzögert um die Ecke. Das Motto lautet: „Carving the Sky“ 🙂
Landung Wer den Vorgänger des Chili gewohnt war, sollte etwas mehr Platz einplanen. Die Gleitleistung hat sich doch ganz schön verbessert.
packen Auch der Chili 3 trägt ein Korsett (Stäbchen an der Eintrittskante, am Achterliek (C-Wires) und sogar am Stabilo). Das Packen scheint aber auch unproblematisch zu sein. Das Packmaß fällt allerdings rel. groß aus. Mit einer Tubebag tut man sich leichter, das neue Tuch in Form zu halten.

Resümee, kurz und knapp:

Der neue Chili 3 ist wendig, agil, vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Der Steuerdruck ist angenehm niedrig, die Kappe rel. gut gedämpft. Das Steigverhalten super, das Handling in der Thermik angenehm. Nachteile würde ich gerne aufzählen – kann aber keine finden, bis auf das große Packmaß, wenn man alleine packen muss und keine Tubebag besitzt! Der Chili will einfach nicht in einen Sack gestopft werden, sondern lieber fliegen. Verständlich! Unbedingt testen und vergleichen. Das Design hat hohes Fremdgehpotenzial! 😉

Der neue Packsack von Skywalk ist endlich brauchbar, da robust mit schönen Details und mit optimalen Kompressionsbändern ausgestattet. Der Innenpacksack ist auch in Sachen Design ein Hingucker. Schön.

 

This Post Has 2 Comments

  1. Rolf sagt:

    Na, das mit dem viel besser sein als M3, muss dann erst noch im Breitentest bewiesen werden. Mir scheint, als sei dies dein sehr subjektives Erleben. Und dies ist meistens geprägt von wieder sehr subjektiven Faktoren. Es gibt ja bereits andere Tests, die dem Chilli eher lange und sehr indifferente Steuerwege bescheinigen. Und was die Leistung anbetrifft, versuchen wir diese nächsten Samstag in der Schweiz mal zu beziffern. Alle Piloten sind herzlich dazu eingeladen.
    Siehe:
    http://www.facebook.com/photo.php?fbid=486223431434525&set=a.119661774757361.17450.100001406176596&type=1&theater

    MfG Rolf von Arx

    • Nicolas sagt:

      Solche Tests sind immer subjektiver Natur, zumindest zum Großteil. Daher soll jeder selbst vergleichen – und jeder hat seinen eigenen Gusto in Sachen Bremsdruck und Handling. Zudem schreibe ich nicht, dass der Chili3 viel besser als der Mentor sei – sondern das er mir besser zusagt in Sachen Wohlfühlfaktor und Handling. Leistungsmäßig werden sich die Flügel nicht viel schenken…

      … und dein Link ist tot!

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