Südafrika – more than flying

Der diesjährige Familienurlaub ging in die südlichen Gefilden Afrikas. Südafrika, die Gardenroute, das Westkap und natürlich Kapstadt. Ein Land mit einem ganz besonderen Flair und einem außergewöhnlichen Zauber.

In den Vinelands bei Stellenbosch

Wer noch nie in Australien oder Neuseeland war, kann sich Südafrika von den Menschen her in etwa so vor vorstellen. Gesprochen wird hier fast nur Englisch, das Essen ist ein wenig britisch angehaucht (Fish & Chips, …), aber auch leckere afrikanische Fleischgerichte, vermischt mit einer Portion Dutch (Niederlande). Eine der Landessprachen, Afrikaans, klingt beinahe wie Niederländisch. So klingen viele Ortsnamen nach den Niederlanden oder sogar deutsch (z.B. Heidelberg).

Im südafrikanischen Sommer, wenn bei uns der Winter vorherrscht, werden Temperaturen von über 30°C erreicht. Abends und Nachts kühlt es meist wieder angenehm ab. Die Zeitverschiebung beträgt, wenn bei uns Winter ist, lediglich 1h +. Somit hat man nach dem gut 10-stündigen Flug auch keinen lästigen Jetlag. Die Sonne geht um 6:00 Uhr herum auf und legt sich gegen 20:00 Uhr zum Schlafen.

Weingut Vergelegen

Die Menschen, egal ob Schwarz oder Weiß, sind freundlich, aufgeschlossen und unkompliziert. Die Vegetation beherbergt wohl 10% aller Pflanzen die es auf unserem Planeten gibt! Sehr üppig und schön anzusehen. Architektonisch sind viele Häuser im kapholländischen Stil erbaut und erhalten. Dazwischen gibt es einfache und auch anspruchsvollere Architektur und selbstverständlich auch einfache Blechhütten und so genannte Townships, in denen die armen bzw. einfachen Afrikaner leben. In Sachen Sicherheit wird es in SA wohl immer besser. In den meisten Bezirken patrolieren private Securities, die für die Sicherheit der Bewohner sorgen. Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Form bedroht gefühlt!

Unser Transportmittel gen Süden

Unsere Reise beginnt mit einem Flug im A380 ab Frankfurt, über Johannesburg, mit Ziel George an der südlichen Küste Südafrikas. Von George fährt man mit dem Mietwagen lediglich 20 Minuten bis Wilderness, unserem Ziel für die ersten 4 Tage. Wilderness ist eines der bekanntesten und schönsten Fluggebiete Südafrikas. Hier ist Ridge-Soaring angesagt – kein Thermikfliegen! Es gibt neben der Map of Afrika, dem schönsten Startplatz, noch eine Hand voll anderer Startplätze entlang der Küste mit Ausrichtung SO bis SW.

Startplatz Map of Africa

Wilderness ist ein süßer Ort, der teilweise auf einer hohen Düne liegt und zum anderen Teil entlang den Berghängen bebaut ist. Man findet in dem kleinen Städtchen alles was man benötigt. Das Preisniveau ist im Vergleich zu Deutschland sehr günstig. Ein Filet-Steak mit Beilage bekommt man umgerechnet für 13 EUR, ein Bier kostet rund 1,50 EUR. Einzig die Unterkünfte sind tendenziell hochpreisig. Wir haben die 4 Tage im Mes Amis genächtigt, einem klassischen B&B.

Flug von der Map of Africa

Jetzt aber zum Gleitschirmfliegen! Am zweiten Tag bin ich gleich mal zum SP „Map of Afrika“ gefahren. Der Startplatz trägt diesen Namen, da man von dort aus einen grandiosen Ausblick gen Nord auf ein Stück Land hat, das die Form des afrikanischen Kontinents trägt. Der SP selbst ist eine große Wiese, die flach Richtung SSO abfällt. Hier kann man Groundhandeln, Starten, Toplanden, bis der Arzt kommt. Bei wenig Wind landet man einfach am Strand ein. An meinen beidem Flugtagen hatte es leider nur wenig Wind, so dass ich mehrere Abgleiter und einen längeren Soaringflug mit Toplandung absolvieren konnte.

Soaring am Wilderness Beach Hotel

An den Tagen darauf sah es leider ähnlich aus. Entweder hatte es zu viel Wind (Schaumkronen auf dem Meer, s.g. white horses = landen) oder zu wenig Luft um oben zu bleiben. Am SP neben dem Wilderness Beach Hotel konnte ich auch noch einen verlängerten Abgleiter machen. Ich bin froh, dass ich meinen Poison 2 dabei hatte und nicht den Arriba. Bei den schwachen Bedingungen konnte ich so das maximale herausholen, während andere schon landen gehen mussten. 🙂 Ich hatte noch auf einen schönen Flug über die Ridge mit den Häusern gehofft – aber leider hatte es bis zu unserer Abreise nicht mehr genügend Wind.

Rothman Manor in Swellendam

Nach 4 Tagen in Wilderness ging die Fahrt weiter entlang der Gardenroute in Richtung Kapstadt. In Swellendam haben wir für eine Nacht einen Zwischenstop eingelegt. Unser B&B, das Rothmann Manor, hat uns unheimlich gut gefallen. Die Gebäude im kapholländischen Stil, aus dem 18. Jahrhundert, der groß angelegte Garten mit Zebras und einem kleinen See, haben den Aufenthalt zu einem Highlight gemacht – vor allem für meinen Junior. Die deutschen Inhaber haben das 5-Sterne B&B in ein echtes Juwel verwandelt.

Weingut Asara

Nach einer Nacht ging die Fahrt weiter nach Stellenbosch in die so genannten Vinelands von Kapstadt. Sicherlich eine der schönsten Gegenden in Südafrika. Umringt von Bergen, ist das üppig grüne Land von Weinreben und vielen schönen Weingütern und Parks im kapholländischen Stil gezeichnet. Stellenbosch selbst hat eine schöne Altstadt, in der man abends gemütlich und sicher flanieren kann. Hier haben wir 4 Tage in dem B&B Penelopes Guesthouse genächtigt. Die Location liegt in einem ruhigen und besseren Wohngebiet von Stellenbosch. Service, Sauberkeit und Freundlichkeit der Inhaber waren excellent! Penelope spricht auch sehr gut deutsch und somit konnten wir uns viele gute Tipps für die Region geben lassen. Hier muss man mindestens mehrmals auf einem der zahlreichen Weingüter bei Sonnenuntergang dinieren. Die Gegend um Stellenbosch und Franschhoek ist einmalig und wunderschön. An jedem Flecken ist man von Bergen umgeben und hat stets eine üppige, farbenprächtige Vegetation um sich herum.

Ferienhaus in Somerset West

Nach 4 Tagen in Stellenbosch sind wir ein paar km weiter südlich nach Somerset West (Helderberg) in unser Ferienhaus gezogen. Die kleine toskanische Villa hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen. Hier haben wir mit Freunden die letzten 13 Tage verbracht.

 

Fliegen am Lions Head

Jetzt aber zum Fliegen in Cape Town! Die beliebtesten Fluggebiete sind sicherlich der Lions Head und Signal Hill. Daneben gibt es Fluggebiete wie den Sir Lowry’s Pass oder etwas weiter gen Osten Hermanus. Dazwischen mehrere kleinere Dünen-Startplätze. Ich habe mich aufgrund der vorherrschenden Windverhältnisse SW-NW am ersten Flugtag für den Signal Hill entschieden. Man erreicht den SP gemütlich mit dem Auto und findet einen großen Parkplatz mit WC und Getränke-VW-Bus vor. Die ansässigen Tandemflieger weisen einen gerne in das Fluggebiet ein und bieten auch Mitfahrgelegenheiten vom LP zum SP an (wenn Plätze frei sind). Der SP am Signal Hill ist sehr einfach, da er flach angelegt ist. Das Fluggebiet selbst hat es sicherlich in sich, da über einen Stadtteil (Sea Point) geflogen werden muss, um den LP am Meer zu erreichen. Wer hier viel Gegenwind mit entsprechendem Sinken hat muss beschleunigen was geht, um nicht in der City runter zu gehen. Man kann zur Not auch am Fuße des Signall Hill einlanden.

Start mit Helfern am Signal Hill

An zwei weiteren Flugtagen bin ich am Lions Head geflogen. Im Gunde ist der Lions eine Verlängerung des Signall Hill in Richtung Osten. Der Hügel beherbergt zwei Startplätze mit Ausrichtung SW – W. Beide Startplätze sind sehr anspruchsvoll, da das Gefälle extrem ist und der untere SP auch noch von Büschen umringt ist – und nur zu Fuß erreichbar (15 – 25 Minuten). Ohne Rückwärtsaufziehen und Groundhandling-Kenntnisse sind Starts von dort aus nicht zu empfehlen. Dafür ist der Landeplatz einfacher zu erreichen als der am Signal Hill. Man landet in Clifton auf einer große Wiese direkt am Beach.

Landung am Grünstreifen

Die Windverhältnisse um Cape Town sind nicht einfach. Windstärken von 60 km/h sind keine Seltenheit. An meinen Flugtagen hatte ich nicht ganz ausreichend Wind zum Soaren, was mir zum Kennenlernen der Gegend aber sehr recht war. Bei 25 km/h haue ich mich ungern an einem SP heraus, den ich nicht kenne. Über dem Landeplatz in Clifton konnte man stundenlang oben bleiben – aber es war teils doch recht turbulent (Wind + Thermik) – mein Posion hat mir 2-3 Klapper beschert, die in Bodennähe nicht sein müssen.

Kap der Guten Hoffnung

Ein Fazit zu meinem SA-Aufenthalt: Einmaliges Land, volle Freiheit, wunderschöne Landschaft, ideales Klima, humane Preise, offene Menschen, immer schönes (angenehmes) Wetter, atemberaubend schöne Orte und Parks. Worte sind hier fehl am Platz – man muss SA erfahren. Hier kann ich mir ein Leben als Aussteiger vorstellen!

Infos zu den Fluggebieten (folgen):

Wilderness / Map of Afrika
Cape Town Lions Head
Cape Town Signal Hill

Some Impressions:

This Post Has 5 Comments

  1. Bernie sagt:

    Du hast mal wieder einen tollen RB mit klasse Fotos geschrieben.Übrigens,Daniel von paraddicted organisiert vom 23.-26. Mai ein schweizer Törggelen in Interlaken mit fliegen,fliegen,fliegen…..

  2. Conny sagt:

    Hallo Bernie,

    sehr schöner Bericht.

    Gruß Conny

    PS:War selbst schon mal 3Wo in der Ecke zum fliegen.
    War fast jeden Tag gut fliegbar.

  3. Mike sagt:

    Danke Nicolas. Ein sehr interessanter Bericht. SA ist auf jedenfall auf meiner Liste. Ich hab auch gehört, das Namibia für einen Flugurlaub gut sein soll? Hast du da schon Erfahrungen?

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